 Home Of The Lame Als ich vor ungefähr einem Jahr Felix Gebhard solo in Münster sah, hatte er offensichtliche Probleme, sich gegen das Publikum durchzusetzen. Das hatte zwar auch was mit dem Lärmpegel des Publikums zu tun, aber der Sänger gibt selbst zu, dass manche Songs alleine nicht so richtig funktionieren. Was fehlte war auf jeden Fall die Band im Hintergrund, die ist jetzt da und gibt den Liedern Ausdruck und Energie. Am 26. März spielten Home of the Lame als Band (Felix Gebhard, Christian Hake, Ingo Schröder und Alexander Böll) im Bielefelder Falkendom.
Wunderbare Überraschung an diesem Abend: Home of the Lame sind nicht zu viert, sondern sie haben Verstärkung mitgebracht. Neben Christian Hake ist noch ein zweites Ex-Nice Boy Music-Mitglied da: Marcus Schneider unterstützt Home of the Lame am Keyboard und bei den Background Vocals. Ob er dauerhaft in der Band bleibt? Home of the Lame haben ihre neue CD "Sing what you know" (Kaufempfehlung) im Gepäck, spielen aber natürlich auch Lieder vom ersten Album "Here, of all places" und ihrer EP "Habitat". Sehr gut ist die Mischung von etwas langsameren, ruhigeren Stücken und den schnelleren Liedern, wo auch schon mal eine Gitarrensaite reißen kann. Auch wenn die Songs überwiegend etwas ruhiger und melodisch sind: langweilig wurde es bei diesem Konzert nicht eine Minute. Home of the Lame sind keine wilden Poser, man kann von ihnen keine große Bühnenperformance erwarten, doch die Stimme des Sängers trägt die Töne wunderbar und man erkennt mit jeder Zeile und jedem Ton, dass sie ihre Musik mit Leidenschaft spielen. Dieser Funke springt über, das Publikum belohnt die Band mit viel Jubel und Applaus und fordert am Ende noch viel mehr Zugaben, als die Band wohl eingeplant hatte. Aber was soll's: die Band spielt noch weiter, Felix Gebhard erzählt nebenbei die ein oder andere Anekdote, entschuldigt sich nachträglich für das letzte Konzert, welches er in Bielefeld gespielt hat und wo er scheinbar größere Textaussetzer hatte. Davon kann man im Falkendom nichts merken, und wenn er den Anfang eines Liedes nicht mehr so ganz im Kopf hat, dann können seine Mitmusiker ihm schnell weiterhelfen. Doch auch der schönste Abend hat ein Ende. Ein wenig verlegen scheinen die fünf Musiker, als sie dann von der Bühne gehen, noch einmal kurz winken und dann aber das Konzert gegen Mitternacht wirklich vorbei ist. Publikumsnah verkauft Felix Gebhard selbst an der Bühnenkante das Merchandising und nimmt sich für jeden Käufer die Zeit um ein paar Sätze mit ihm zu wechseln. Alles in allem eine sehr sympathische Band, die weiß was sie tut. Und das hoffentlich noch lange.  |