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John und Ossi (Oscar) sind seit ihrer Kindheit Freunde und seit einiger Zeit auch als musikalisches Duo unterwegs. Die White Stripes aus Schweden?
Johnossi, gerade wurde das zweite Album "All they ever wanted" veröffentlicht, das um einiges rockiger und rauer als sein Vorgänger ist, schon sind sie europaweit auf Tour. Das Kamp ist sehr gut gefüllt, grob schätze ich, dass vierhundert Leute ihren Weg dorthin gefunden haben.
Pünktlich beginnt die Vorband Sibling Sense, drei Herren aus Stockholm, mit einem eher ruhigem Sound und bevor man sie richtig wahrnimmt, sind sie auch schon wieder von der Bühne runter. Gerade mal eine halbe Stunde haben sie gespielt, da ist die anschließende Umbaupause sogar länger, und dann geht es richtig los. John und Ossi betreten die Bühne und John zieht gleich mit seinem Bühnenoutfit die komplette Aufmerksamkeit auf sich. Zu seiner schwarzen Jeans trägt er eine ebenfalls schwarze Regenjacke. Mit Kapuze. Nun gut, denkt man sich, passt er sich dem Wetter in Bielefeld an, und viele Musiker tragen zu Beginn des Konzerts ja eine Jacke, die zieht er bestimmt gleich aus. Tut er allerdings nicht, er öffnet sie und darunter trägt er...nichts. Ich stell mir das nicht besonders atmungsaktiv vor, bin ja aber da, um mir das Konzert anzuhören. Überhören kann man das übrigens nicht. Es ist laut. Sehr laut. Womöglich das lauteste Konzert, was ich jemals im Kamp erleben durfte. Und es ist sehr kurz. Nur eine gute Stunde – inklusive Zugaben – was ich persönlich ein bisschen schwach finde, für eine Band, die schon ihr zweites Album auf dem Markt hat.
Diese eine Stunde allerdings, die wird gerockt, das kann man nicht anders sagen. Und musikalisch ist das überhaupt alles sehr sehr gut. Die zwei sind hervorragend aufeinander abgestimmt und beherrschen ihre Instrumente vermutlich sogar im Schlaf. Dazu beherrschen sie auch noch das Publikum, denn die gehen mit, singen mit, tanzen mit und bei den ruhigeren Liedern kann man sogar Feuerzeuge sehen. Übrigens: gerade bei den ruhigeren Stücken kann man Ossis Vielseitigkeit an den Drums erkennen. Da verlässt er dann auch schon mal seinen Sitz und stellt sich auf die Rückseite des Drumsets. Da die neue Platte aber hauptsächlich etwas mehr rockt, sind solche leisen Lieder selten, hauptsächlich darf gefeiert werden, am meisten freut sich das Publikum allerdings über den Hit vom ersten Album. A man must dance, und das tut die Menge dann auch und singt lauthals mit. Noch einmal schaffen Johnossi es, das Kamp richtig zum Kochen zu bringen, während der Zugaben spielen sie den "Execution Song“ und geben noch einmal alles.
Ein durch und durch gutes Konzert, wenn man sich erst einmal an die Lautstärke gewöhnt hatte. Nur viel zu kurz, da hatte ich eigentlich mehr erwartet. Was bleibt, ist das Rauschen in den Ohren und die Erinnerung an diesen Abend voll Rock’n’Roll.  |