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| Gisbert zu Knyphausen @ Kamp, Bielefeld 05.10.2008 |
| Dienstag, 7. Oktober 2008 | |
![]() Wenn ich für 2008 meinen Lieblings-Newcomer nominieren müsste, dann würde ich ohne zu zögern Gisbert zu Knyphausen nennen. Der Mann mit dem seltsamen Namen und den wunderbaren Liedern, die Wahrheiten offenbaren. So einfach. So bitter. So schön. Der Support an diesem Abend kommt von der Düsseldorfer Band Alex Amsterdam. Sänger und Gitarrist Alex, mal mit, mal ohne Begleitung von Keyboarder Simon Horn, stellt Lieder seines aktuellen Albums stillness of a moment vor, spielt zu dem noch eine Cover-Version von Mr. Brightside der Band The Killers und macht dann die Bühne frei für den Mann des Jahres. Gisbert zu Knyphausen ist mit seiner Band angereist, mindestens ein Mitglied davon ist sogar Ostwestfale, aber das nur am Rande. Der Sänger jedenfalls ist sehr angetan davon, dass das Kamp so voll ist und das Publikum seine Begeisterung offen zeigt: "Jetzt spiel endlich mal wieder ein Lied!" ertönt es nach einer kurzen Ansage von ihm. Wer kann so charmanten Aufforderungen widerstehen?! Gisbert zu Knyphausen kann es nicht. Er spielt die Lieder seines Debüt-Albums, gibt dazu aber auch noch einige Coverversionen - zum Beispiel von Daantje & the Golden Handwerk und Moritz Handwerk (beide findet man auf der Myspace-Seite unter seinen Top-Freunden) - und zusätzlich noch ein paar ganz neue Stücke zum Besten. Ein kleiner Vorgeschmack auf das nächste Album, das 2009 erscheinen soll. Mit dabei das Lied Melancholie, fick dich ins Knie. Endlich ein Singer/Songwriter, der einem nicht immer nur erzählt, wie wunderbar es ist, in Melancholie zu versinken. Er gibt offen zu, dass er zwar davon lebt, aber diese Stimmungslage ihn oft auch einfach nervt. ![]() Man muss Gisbert zu Knyphausen zu Gute halten: erst ein Album ist veröffentlicht. Und bei vielen Bands ist so ein Konzert dann auch sehr schnell vorbei. Doch nicht an diesem Abend. Zwar hat man das Gefühl, dass die Zeit schnell vergeht, aber immerhin unterhält er uns gute anderthalb Stunden und es wird niemals langweilig dabei. Immer wieder bedankt er sich beim Publikum für den Applaus und die Aufmerksamkeit, wirkt dabei fast ein bisschen verlegen. Du bist so groß und machst dich selbst so seltsam klein... Highlight des Abends: Gisbert zu Knyphausen stellt die Band vor und verrät dann zum ersten Mal auf Bühne seinen vollständigen Namen. Ein Freiherr ist er nämlich. Und er hat mehrere Vor- und sogar Nachnamen. Doch so schnell kann niemand aufschreiben, von daher kann ich mich nicht mehr ganz erinnern. Sogar die Band hat nie zuvor seinen vollen Namen gehört und es scheint so, als müsse der Sänger sich an diesem Abend im Tourbus noch einiges an Spott gefallen lassen. Da steht er - dieser etwas unscheinbar wirkende Mann, mit dem Kleinjungengrinsen auf dem Gesicht und singt die schönsten Lieder dieser Welt. Seine Texte wirken nie verkopft, kompliziert oder überladen. Er findet einfach passende und wunderbare Bilder für viele Situationen, die jeder im Alltag schon selbst durchlebt hat. Da ist man traurig oder glücklich oder verwirrt. Und Gisbert zu Knyphausen findet die passenden Worte dazu. Man fragt sich, warum man nicht selbst darauf gekommen ist. Aber das muss man ja gar nicht. Dafür haben wir ja ihn. ![]()
www.myspace.com/gisbertzuknyphausen www.gisbertzuknyphausen.de www.alex-amsterdam.de |
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