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Jochen Distelmeyer @ Kamp 6. November 2009
Geschrieben von Little James   
Samstag, 7. November 2009
„Everytime we say goodbye I die a little” sang Jochen Distelmeyer 2007 bei seinem Abschiedskonzert in Bielefeld. Und dann gab es Blumfeld nicht mehr, die Band, die so viele andere geprägt und beeinflusst gibt. Ein Leben ohne Blumfeld? Ein Jochen Distelmeyer ohne Musik? Für die meisten nur schwer vorstellbar. Und so fing sie an, die Zeit des Wartens, denn es würde mit Sicherheit es kommen.

 
Dann kam das Soloalbum „Heavy“ und nach dem ersten Durchhören den ein oder anderen Frager, der sich wunderte: Warum so Blumfeld? Warum der Bruch mit Blumfeld, warum das Ende, wenn „Heavy“ dann so klingt, wie es klingt. So Blumfeld halt. Ein wenig kryptisch die Antwort „Blumfeld musste sich erst auflösen, damit das Soloalbum entstehen konnte.“ Ganz ehrlich: wer nicht wirklich mit der Diskographie bekannt ist, der erkennt zwischen den alten Blumfeld- und den neuen Distelmeyer-Stücken wohl kaum einen Unterschied.

Ein Soloalbum, eine Tour. Die auch nach Bielefeld führt, eine Art Heimspiel für Jochen Distelmeyer. Im Kamp, das gut gefüllt ist, präsentiert er gut gelaunt mit seiner Band „Wir sind Jochen Distelmeyer“ sein neuestes Werk. Und dann auch noch altbekanntes. Das Publikum ist ein dankbares. Alte Blumfeld-Fans, ein paar Zwischenrufe, ansonsten viel Applaus und wenig Störungen. So gibt es neue Lieder, gemischt mit alten Blumfeld-Hits, die zum Mitsingen einladen. Auffällig: für ungefähr jedes Lied gibt es eine neue Gitarre. Sehr schön. Solche Dinge lassen das Musik-Nerd-Herz höher schlagen. Schwierig: er selbst. Manchmal denkt man, er hasst das Publikum. Jedes Publikum. Ein Gesichtsausdruck, der eine gewisse Arroganz ausstrahlt. Ein „Ich mache hier eh nur das, was ich will“. Es hat sich halt nichts geändert. Dafür aber dann nach einem etwas verhaltenen Anfang dann immer wieder ein Danke ans Publikum. Gefällt es ihm also. Oder sagt er das wohl jeden Abend? Eine gewisse Grundskepsis bleibt.

Schon nach einer guten Stunde ist das offizielle Set vorbei. Natürlich fallen einem noch ungefähr hundert Stücke ein, die jetzt noch im Zugabenteil gespielt werden könnten. Der mehrfach geforderte „Apfelmann“ ist jedenfalls nicht dabei. Dafür bekommt Herr Distelmeyer das Publikum bei „Status Quo Vadis“ noch zum gemeinsamen Mitsingen (und ist danach doch sichtlich gerührt) und schafft es dazu noch, einen kleinen Bielefeld-Bezug herzustellen.

Und dann ist es vorbei, und man fragt sich: was war jetzt so anders zu damals? Warum gleich hat Blumfeld sich aufgelöst? Und dann: Es geht so halt weiter, was ein Glück.

 
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