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Editors 20.11.09 Ringlokschuppen Bielefeld
Geschrieben von Bernd   
Samstag, 21. November 2009
Tom Smith


Das großartige 2008er Editors Konzert am gleichen Ort warf die Frage auf: Was kann jetzt noch kommen für diese Band? Hatte man doch mit „An End Has A Start“ einen Höhepunkt der in Delay-Gitarren getränkten Songkunst erreicht.
Manche befürchteten am Editors Horizont nun eine kommerziellere Ausrichtung.
Es sollte aber vollkommen anders kommen.

Das aktuelle Album „In This Light And On This Evening“ stellt einen Umbruch in der Band-Historie dar, eine Hinwendung zum keyboardbetonten Sound von 80er Jahre Electro-Wave Bands wie den frühen Tears For Fears, Ultravox etc.  Das aktuelle Werk muss man wohl eher als Konzeptalbum ansehen. Die einzelnen Songs stechen nicht so sehr heraus wie auf den beiden bisherigen Alben, der neue Sound steht im Vordergrund. Eine Ausnahme bildet das allerdings extrem mitreißende „Papillon“. Bei seinem dominantem Keyboardriff und dem an New Order’s Blue Monday erinnernden Hintergrundchor hat man das Gefühl mittels eines DeLorean in das Jahr 1985 direkt auf die Tanzfläche des lokalen Indie(damals Gruftie)Klubs befördert worden zu sein. 

In der Liveumsetzung ist es für das Publikum im sehr gut gefüllten Ringlokschuppen einfach, die neuen Songs von den älteren zu unterscheiden. Die „In This Light...“-Songs werden live von zwei teilweise sogar drei Keyboards bzw. Synthesizern umgesetzt, während die Klassiker von der Gitarrenarbeit geprägt sind. Dabei lässt sich auch von so einer exzellenten Live Band wie den Editors nicht verdecken, dass das neue Material bis auf ein bis zwei Ausnahmen nicht die Qualität der ersten beiden Alben erreicht.  

Tom Smith


Auf der Bühne ergab sich so eine gewisse Zweiteilung des Sets. Die Stärke der Band ist es, trotz dieses Gegensatzes ein stimmiges Set zu erschaffen. Sänger Tom Smith lebt sich auf der Bühne in jedem Song aus, es gelingt ihm, immer noch ein bisschen mehr aus den Songs herauszukitzeln. Fingers in the Factories ist ein Live Klassiker der Band, der wie geschaffen ist für die Umsetzung auf der Bühne.

Die Lichteffekte und Bühnenshow kreieren die passenden Bilder für’s Kopfkino, ein kaltes urbanes Setting.
Mein Fazit: Live sind die Editors immer ein Erlebnis, auch wenn sich manch Fan eher die Setlist des 2008er Konzerts+Papillon gewünscht hätte.

 

 

 
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