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Die Tanzschuhe stehen schon seit Wochen geputzt bereit, die Vorfreude steigt von Tag zu Tag und mit einem Pfeifen auf den Lippen verlässt man die Wohnung. Das kann nur eins bedeuten: Moneybrother is back in town.
 Haldern Eröffner Frank Kasper Gestern Abend im Kamp, das ausverkauft gewesen sein dürfte. Zumindest ist es schon sehr voll, als um 21 Uhr Frank Kasper mit dem Support beginnt. Der Herr mit der Gitarre, dem Keyboard und der Mundharmonika kommt amerikanisch rüber, ist aber Kölner und hat 2005 das Haldern Pop gespielt eröffnet.Vergleiche mit Ben Folds und Bright Eyes werden genannt und sind auf jeden Fall passend. Ruhige Melodien, eingängige Texte und ein charismatisches Auftreten. Doch alle warten auf ihn: Anders Wendin aus Schweden, der gemeinsam mit seinen Musikern sein drittes Album "Mount Pleasure" vorstellt – und natürlich auch alte Lieder spielt. Es ist ein großer Spaß, ihn dort auf der Bühne zu sehen, die Energie, die er auf der Bühne ausstrahlt, zieht einen sofort in den Bann und ich frage mich wirklich, wie er es jeden Abend schaffen kann, so eine Show durchzuziehen. Aber nicht nur Moneybrother springt auf der Bühne herum, auch das Publikum ist in exzellenter und tanzwütiger Laune. Der Saal tobt, erst recht bei dem Hit They’re building walls around us, zu dem man hervorragend tanzen und mitsingen kann.
Moneybrother machen glücklich. Nach einem Lied hört man aus dem Publikum ein enthusiastisches "Man, ist das geil!" und auch einige "Ausziehen!"-Rufe kann man vernehmen. Bis auf einzwei geöffnete Knöpfe an seinem Hemd fielen jedoch keine weitern Hüllen und erstaunlicherweise wurde auch keine Unterwäsche auf die Bühne geworfen. Dabei war der Hysterie- und Kreischpegel im Publikum recht hoch – auch bei den Männern. Bei den Damen ja sowieso.
Die Band scheint übrigens hervorragend aufeinander eingestimmt zu sein, besonders auffällig ist Saxophonist Gustav Bendt, an dem ein wahrer Poser verloren gegangen ist. Anders Wendin und er scherzen immer wieder herum, tanzen auf der Bühne und heizen dem Publikum immer mehr ein. Der Gitarrist trägt eine Paul Weller-Gedächtnisfrisur und alles ist perfekt und wunderbar.
Das Ende kommt viel viel zu früh. Obwohl die Füße weh tun, die Ohren rauschen und die Stimme droht, sich zu verabschieden, könnten alle noch viel länger dieses Konzert genießen. Aber es nützt nichts, das Licht geht an und während ich an der langen Schlange zur Garderobe anstehe, kommt jemand an uns vorbei, in weißem Shirt und mit grauer Mütze. Ach ja, der Herr Moneybrother. Der zeigt sich publikumsnah und gibt noch Autogramme. Sehr schön. Bitte kommen Sie wieder.
 Kamp Abräumer Anders Wendin aka Moneybrother Du! Diskutier! |