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Plattenrezensionen
2007
Club 8-The Boy Who Couldn't Stop Dreaming | Club 8-The Boy Who Couldn't Stop Dreaming |
| Geschrieben von Bernd | |
| Montag, 8. Oktober 2007 | |
![]() Wenn im Januar die Herren Musikredakteure ihre 2007er Top10 Listen inflationär in die Landschaft schiessen, wird das schwedische Label Labrador garantiert mal wieder nicht reüssieren. Shame on you, Musikjournalie! Die Labelpolitik bei Labrador könnte man böswillig als nationalistisch bezeichnen: Ausschliesslich schwedische Bands werden gesigned. Da Schweden im Indie-Bereich eh absolute Weltspitze ist, bekommt man mit dem Labrador Labelkatalog quasi eine Weltauswahl des Indiepop geboten. Labrador veröffentlichte im Sommer diesen Jahres das grossartige Debütalbum der Mary Onettes, das 2007er Lieblingsalbum vieler Eighties-Indie Freunde. Nun legen Club 8 nach. Labelchef und Tausendsassa Johan Angergard bildet als kreativer Kopf, Songwriter und Produzent zusammen mit Sängerin Karolina Komstedt den Club 8 . The Boy Who Couldn’t Stop Dreaming liefert die Musik für schwelgerische Tagträume, die Gedanken werden entführt auf sonnenüberflutete Wiesen und sommerliche Alleen, wie auf einer Fahrt über Land ziehen die Eindrücke vorbei . ![]() Demnächst bitte verfilmen mit Steve Buscemi und Kirsten Dunst Die Akustik-Pop Songs von Belle+Sebastian sind sicher eine musikalische Referenz für den Club 8-Sound. Statt auf schottisches Storytelling und den Glasgowegian-Humor setzen Club 8 allerdings in den Texten auf verträumte Melancholie und Skizzen zwischen Liebe und Vergänglichkeit. Man ertappt sich flugs beim Mitsingen von Zeilen, die dann aber beim näheren Hinsehen alles andere als fröhliches Trallala sind. Alleinig auf die Belle+Sebastian Referenz zu verweisen, würde Club 8 auch nicht gerecht. Mit ihrem Mix aus Elektro- und Akustik-Pop haben sie in den 12 Jahren ihres Bestehens auf mittlerweile 6 Alben längst einen eigenen Stil geschaffen. Auf ihrem aktuellen Album ist es Johan Angergard meisterhaft gelungen, die Songs in einer absolut passenden Produktion einzufangen. Mit haargenau gesetzten Mini-Samples, Keyboards und -wo es passt-Drum-Loops brechen sie das Akustik Korsett auf und verschaffen sich so die Atemluft für ihre Traum-Pop. Das Artwork ist ebenfalls Meisterklasse.Die Fotos zeigen Angergard in einem Spektrum vom Boy Who Couldn’t Stop Dreaming bis zum Tweed-Loving-Dandy. Steve Buscemi wird hiermit für die Hauptrolle in einem Johan Angergard Biopic angefordert. Karolina Komstedt gibt dazu sehr überzeugend die Nordic-Sommerkleid-Schönheit. Fazit: Für Ladrador Ultras eh unverzichtbares Pflicht-Programm, für Neulinge neben den Mary Onettes die 2. grossartige Entdeckung des Jahres. Schwedische Romatik ![]()
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