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Nachgetreten: Benjamin von Stuckrad-Barre@Ringlokschuppen Bielefeld,14.10.2007
Geschrieben von Bernd   
Mittwoch, 24. Oktober 2007

Der bessere Lars Ricken
 

Wenn man kein Konzert besucht, sondern eine Lesung, aber anschließend trotzdem das Gefühl gehabt hat, ein Stück Pop-Kultur erlebt zu haben, dann liegt das daran, dass man bei Benjamin von Stuckrad-Barre gewesen ist.

Ein Bericht von little james

Nicht umsonst wird der 32-jährige Autor auch Popliterat genannt. Texte, die wie Popmusik sind. Leicht und schnell gelesen, bunt, aufregend, ein Ohrwurm für eine kurze Zeit, Begeisterung und dann...vergessen.

So ging es mir zumindest, als Herr von Stuckrad-Barre am 14. Oktober im Bielefelder Ringlokschuppen seine Texte vorliest, die ich alle kenne. Oder besser: kennen müsste. Denn obwohl ich alle seine Bücher gelesen habe, sind einige Texte daraus nicht mehr im Gedächtnis. Entweder fehlen mir ganze Passagen, oder aber sogar der komplette Text. Dafür bekommen wir sie jetzt ja vorgelesen und diese Lesung macht zumindest so viel Spaß, dass ich in den kommenden Tagen sogar wieder die Bücher hervorkrame und noch einmal lese.

Dass dieser Abend so viel Spaß bringt, kommt ehrlich gestanden überraschend, denn erwartet hatten wir mehr Selbstmitleid und noch mehr Zynismus. Stattdessen aber wird viel gelacht. Der Autor macht sich ein bisschen über das Bielefelder Lokalradio lustig (zu Recht) und liest dann auch noch eine E-Mail einer Produktionsfirma vor, die gerne möchte, dass er bei den TV-Produktionen „Das perfekte Promi-Dinner“ und „Das Dschungel-Camp“ mitwirkt. Wer sich jetzt allerdings erhofft, Benjamin von Stuckrad-Barre demnächst im Fernsehen zu sehen, der wird enttäuscht, denn eine Antwort auf diese Mail wird er dem Produktionsteam wohl immer schuldig bleiben. Dafür sagt er den großartigen Satz „Die sollten in Rosenbeeten hocken und...sich schämen!“

Ansonsten liest er einzelne Texte aus seinen Werken, wobei er chronologisch vorgeht, und erzählt nebenbei noch einige Anekdoten aus seinem Leben. Außerdem macht er noch einen kleinen Abstecher ins Publikum. Der große Pop-Poet, nur eine Handbreit von uns entfernt. Das hat doch was. Erleichterung macht sich breit, die Zeit vergeht wie im Flug Benjamin von Stuckrad-Barre hat an diesem Abend eins geschafft: das Sympathie-Bonuspunkte-Konto, welches er bei mir führt und ziemlich leer gewesen ist, ist wieder gefüllt. So sage ich „Danke“ und hoffe. Auf den nächsten Text.

 

 
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